Ringvorlesung „Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext“
Jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart
Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
Stefan-Heym-Platz 1
09111 Chemnitz
Im Sommersemester 2026 veranstaltet die Philosophische Fakultät der Technischen Universität Chemnitz in Kooperation mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (smac) eine interdisziplinäre Ringvorlesung zu jüdischer Kultur, Geschichte und Erinnerung. Die Vortragsreihe beleuchtet jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart aus literatur-, kultur-, geschichts- und erinnerungstheoretischen Perspektiven und rückt transnationale Verflechtungen ebenso in den Fokus wie regionale Bezüge, insbesondere zu Sachsen.
Im Mittelpunkt stehen jüdische Erfahrungen, Ausdrucksformen und Erinnerungsräume, die auch über nationale und regionale Grenzen hinausweisen. Die Ringvorlesung greift exemplarisch Werke, Biografien und Denkbewegungen jüdischer Autorinnen, Intellektueller und Künstler auf, darunter Walter Benjamin, Stefan Zweig, Mascha Kaléko, Stefan Heym oder Robert Desnos sowie architektonische und kulturelle Kontexte etwa um Mendelssohn. Thematisiert werden zudem Exil- und Verfolgungserfahrungen, Formen kultureller Übersetzung sowie Fragen der Erinnerungskultur zwischen Verlust, Kontinuität und Wiederaneignung. Auch museale und digitale Zugänge zur jüdischen Geschichte und Gegenwart werden vorgestellt.
Die Vorträge finden von April bis Juli 2026 mittwochs um 18.15 Uhr im Vortragssaal des smac statt. Die Vorträge werden einzeln als Veranstaltung angekündigt.
Organisiert wird die Ringvorlesung von Prof. Dr. Teresa Pinheiro, Inhaberin der Professur Kultureller und Sozialer Wandel an der TU Chemnitz, und Prof. Dr. Cecile Sandten, Inhaberin der Professur Anglistische Literaturwissenschaft der TU Chemnitz in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.
Programm
22. April
Martin Clauss, Lewis Chuang (Chemnitz) und Christiane Donath (Meißen): [Die Chemnitzer Mikwe und die hebräischen Grabsteinfragmente in Meißen]
29. April
Alexandra Klei (Braunschweig): Immer wieder neu beginnen? Der Architekt Eric Mendelsohn in den USA
6. Mai
Monika Heinemann (Leipzig): Von schweigenden und sprechenden Objekten – Familiengeschichte im Museum
13. Mai
Nicolas Dreyer (Bamberg): Die Transkulturalität der jüdischen Erzählliteratur des 19. Jahrhunderts
20. Mai
Christoph Grube (Chemnitz) und Gunnar Och (Erlangen): „Wir haben keine andere Zeit als diese“ – Verse und Prosa der Mascha Kaléko. Eine kommentierte Lesung
27. Mai
Christian Landrock (Chemnitz): Clowns, Golems und das Feiertags-Gürteltier – Darstellung jüdischen Lebens in den US-amerikanischen Fernsehserien der 1990er Jahre
3. Juni
Norbert Haase (Dresden): Der französische Surrealist Robert Desnos – Verfolgtenhilfe, Verfolgung, Gedächtnis
10. Juni
Cecile Sandten und Bernadette Malinowski (Chemnitz): Stefan Heyms Debütroman Hostages (1942) (Der Fall Glasenapp, 1958): Anglistisch-Germanistische Perspektiven
17. Juni
Marian Nebelin (Chemnitz): Walter Benjamin und Stefan Zweig
24. Juni
Nicolas Berg (Leipzig): Anschreiben gegen die ‚Weltverstörung des Nationalismus‘ – Stefan Zweigs Autobiographie Die Welt von gestern (1942)
1. Juli
Christina Sanchez-Stockhammer (Chemnitz): Digitale Dialoge mit ZeitzeugInnen des Holocausts: Online ins virtuelle Gespräch kommen
8. Juli
Daniel Dost (Chemnitz): Lose Fäden oder Verflechtungen? Zu Genese und Zukunftsperspektiven eines Ausstellungsprojektes über jüdische Familiengeschichten
Barrierefreiheit auf der Veranstaltung
Über den Veranstalter
Die Technische Universität Chemnitz ist eine weltoffene Universität, die regional, national und international stark vernetzt ist. Mit rund 8.300 Studierenden aus 94 Ländern und etwa 2.400 Beschäftigten ist sie die drittgrößte Hochschule in Sachsen. Bezogen auf den Anteil ausländischer Studierender belegt die TU Chemnitz unter den staatlichen Universitäten bundesweit eine Spitzenposition. Chemnitz gehört einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts Prognos zufolge zu den zehn lebenswertesten Großstädten Deutschlands und ist damit Spitzenreiter in Sachen Lebensqualität. Die Stadt kann zudem auf einen hohen Anteil hochqualifizierter Beschäftigter verweisen. Dies verdankt sie auch ihrer Universität, denn die TU Chemnitz ist das intellektuelle Herz der Stadt. Sie hat sich zu einem international sichtbaren Forschungsstandort für künftige Wertschöpfungsprozesse und nachhaltige Zukunftssicherung entwickelt.
