Immer wieder neu beginnen? Der Architekt Eric Mendelsohn in den USA
Vortrag von Alexandra Klei (Braunschweig) im Rahmen der Vorlesungsreihe "Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext"
Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
Stefan-Heym-Platz 1
09111 Chemnitz
Erich (ab 1939 Eric) Mendelsohn (1887-1953) gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter des Neuen Bauens in Europa. Seinen Entwürfen und Bauten, darunter das Kaufhaus Schocken in Chemnitz, ist bis heute ein hohes Maß an Aufmerksamkeit gewiss. Nachdem er als Jude bereits im März 1933 Deutschland verlassen musste, um einer Ausgrenzung und Verfolgung zu entgehen, emigrierte er gemeinsam mit seiner Frau Luise (ab 1939 Louise) zunächst nach Großbritannien und in das Britische Mandatsgebiet und 1941 dann in die USA.
Der Vortrag widmet sich vor allem dieser letzten Phase in Eric Mendelsohns Leben und Wirken. Neben einer Vorstellung realisierter und unrealisierter Projekte wird dabei alten ebenso wie neu etablierten Netzwerken nachgegangen sowie der Frage, welchen Einfluss die erzwungenen Brüche einer wiederholten Emigration auf sein Schaffen und seine spätere Rezeption haben. Immer wieder wird dabei auch sein Verhältnis zu Nachkriegsdeutschland und (vormaligen) Kolleg:innen einbezogen.
Organisiert wird die Ringvorlesung von Prof. Dr. Teresa Pinheiro, Inhaberin der Professur Kultureller und Sozialer Wandel an der TU Chemnitz, und Prof. Dr. Cecile Sandten, Inhaberin der Professur Anglistische Literaturwissenschaft der TU Chemnitz in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.
Zur Person
Dr. Alexandra Klei ist Architekturhistorikerin. Sie forscht seit vielen Jahren zu den Möglichkeiten und Bedingungen ‚Jüdischen Bauens‘ nach dem Holocaust, zu den Beziehungen von Erinnerung, Raum und Architektur sowie zu Bedeutungszuschreibungen in architektonischen Rekonstruktionen. Derzeit arbeitet sie an der Bet Tfila-Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa, Technische Universität Braunschweig, in einem von der DFG geförderten Projekt zu den Netzwerken des Architekten Erich Mendelsohn. Ihr Schwerpunkt ist dabei dessen Zeit in den USA zwischen 1941 und 1953. Sie gehört der Fachredaktion „Jüdisches Leben nach 1945“ bei Medaon an, ist Mitglied des Forscherinnenkollektivs Space in Holocaust Research, der Arbeitsgruppe „Kunst und Antisemitismus“ im Ulmer Verein sowie Redakteurin und Kuratorin für den werkraum bild und sinn e.V., einem unabhängigen Ausstellungsprojekt für Fotografie und Videokunst in Berlin.
Zur Vorlesungsreihe
Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext
Sommersemester 2026, mittwochs 18:15 Uhr im Vortragssaal, smac
Im Rahmen des Themenjahres Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 lädt die Ringvorlesung im Sommersemester 2026 zu einer vielstimmigen Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur, Geschichte und Erinnerung ein. Internationale und interdisziplinäre Perspektiven eröffnen Einblicke in jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart – über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.
Im Mittelpunkt stehen literarische, historische sowie kultur- und erinnerungstheoretische Fragestellungen, die die Vielfalt jüdischer Erfahrungen, Ausdrucksformen und transnationalen Verflechtungen sichtbar machen. Die Vortragsreihe verbindet aktuelle Forschung mit innovativen Ansätzen und rückt insbesondere die Bedeutung jüdischer Akteurinnen und Akteure für die europäische Moderne und die Erinnerungskultur in den Fokus.
Die Ringvorlesung versteht sich als offenes Forum für Austausch und kritische Reflexion und lädt dazu ein, Kontinuitäten, Brüche und bislang wenig beachtete Leerstellen jüdischer Kulturgeschichte neu zu denken.
Organisation: Prof. Dr. Teresa Pinheiro (Professur Kultureller und Sozialer Wandel, Technische Universität Chemnitz) Prof. Dr. Cecile Sandten (Professur Anglistische Literaturwissenschaft, Technische Universität Chemnitz), in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.
Barrierefreiheit auf der Veranstaltung
Über den Veranstalter
Die Technische Universität Chemnitz ist eine weltoffene Universität, die regional, national und international stark vernetzt ist. Mit rund 8.300 Studierenden aus 94 Ländern und etwa 2.400 Beschäftigten ist sie die drittgrößte Hochschule in Sachsen. Bezogen auf den Anteil ausländischer Studierender belegt die TU Chemnitz unter den staatlichen Universitäten bundesweit eine Spitzenposition. Chemnitz gehört einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts Prognos zufolge zu den zehn lebenswertesten Großstädten Deutschlands und ist damit Spitzenreiter in Sachen Lebensqualität. Die Stadt kann zudem auf einen hohen Anteil hochqualifizierter Beschäftigter verweisen. Dies verdankt sie auch ihrer Universität, denn die TU Chemnitz ist das intellektuelle Herz der Stadt. Sie hat sich zu einem international sichtbaren Forschungsstandort für künftige Wertschöpfungsprozesse und nachhaltige Zukunftssicherung entwickelt.
