Direkt zum Inhalt
Logo "Tacheles - Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026". Links ist eine halbe Menorah in blauen Farbtönen zu sehen.

Der französische Surrealist Robert Desnos – Verfolgtenhilfe, Verfolgung, Gedächtnis

Vortrag von Norbert Haase (Dresden) im Rahmen der Vorlesungsreihe "Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext"

Robert Desnos 1922"Menerbes", WikiCommons
3
Juni2026
18:15 Uhr

Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz

Stefan-Heym-Platz 1
09111 Chemnitz

Veranstalter: Technische Universität Chemnitz
Eintritt: frei

Der Beitrag untersucht die Rolle des französischen Surrealisten Robert Desnosin in der nationalen und transnationalen Erinnerungskultur. Ausgehend vom kosmopolitischen Paris der 1920er Jahre werden seine künstlerische Tätigkeit, sein Engagement in der Résistance, seine Hilfe für verfolgte jüdische Freunde sowie seine eigene Verfolgung durch das nationalsozialistische Lagersystem bis zu seinem Tod 1945 im Konzentrationslager Theresienstadt kurz skizziert. Im Zentrum steht die bislang wenig beleuchtete disparate Rezeptionsgeschichte von Desnos’ Werk im geteilten Deutschland, ergänzt um tschechisch-französische und deutsch-französische Perspektiven. Der Bezug zum Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen ergibt sich aus der Bedeutung seiner Lyrik innerhalb der französischen Shoah-Erinnerung sowie aus seiner Schicksalsgemeinschaft mit anderen Häftlingen der Konzentrationslager. Ein regionalgeschichtlicher Anker liegt in seinem Aufenthalt im Zwangsarbeitslager Flöha/Sachsen und im Todesmarsch Richtung Theresienstadt.

Organisiert wird die Ringvorlesung von Prof. Dr. Teresa Pinheiro, Inhaberin der Professur Kultureller und Sozialer Wandel an der TU Chemnitz, und Prof. Dr. Cecile Sandten, Inhaberin der Professur Anglistische Literaturwissenschaft der TU Chemnitz in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.

Zur Person

Dr. Norbert Haase, Historiker, Dresden, arbeitet als Kulturreferent in der Sächsischen Staatsverwaltung mit dem Schwerpunkt Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025. Zuvor war er über viele Jahre in der Public History tätig, unter anderem bei der Gedenkstätte Deutscher Widerstand sowie als Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten (1995–2008). Von 2008 bis 2022 war er Kulturreferent im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst bzw. später Kultur und Tourismus. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassten europäisches Kulturerbe und die UNESCO-Kulturerbekonventionen, Kulturpolitik (u. a. Museumskonzeptionen, kulturpolitische Leitlinien, Kultur und Integration) sowie Sonderprojekte wie das Europäische Zentrum Erinnerung, Begegnung und Kultur//M//emory Music Messiaen/in Zgorzelec. Er publizierte zur Widerstands- und Repressionsgeschichte im Nationalsozialismus und in der SBZ/DDR, zur NS-Militärjustiz sowie zur Erinnerungskultur.

Zur Vorlesungsreihe

Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext

Sommersemester 2026, mittwochs 18:15 Uhr im Vortragssaal, smac

Im Rahmen des Themenjahres Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 lädt die Ringvorlesung im Sommersemester 2026 zu einer vielstimmigen Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur, Geschichte und Erinnerung ein. Internationale und interdisziplinäre Perspektiven eröffnen Einblicke in jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart – über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.

Im Mittelpunkt stehen literarische, historische sowie kultur- und erinnerungstheoretische Fragestellungen, die die Vielfalt jüdischer Erfahrungen, Ausdrucksformen und transnationalen Verflechtungen sichtbar machen. Die Vortragsreihe verbindet aktuelle Forschung mit innovativen Ansätzen und rückt insbesondere die Bedeutung jüdischer Akteurinnen und Akteure für die europäische Moderne und die Erinnerungskultur in den Fokus.

Die Ringvorlesung versteht sich als offenes Forum für Austausch und kritische Reflexion und lädt dazu ein, Kontinuitäten, Brüche und bislang wenig beachtete Leerstellen jüdischer Kulturgeschichte neu zu denken.

Organisation: Prof. Dr. Teresa Pinheiro (Professur Kultureller und Sozialer Wandel, Technische Universität Chemnitz) Prof. Dr. Cecile Sandten (Professur Anglistische Literaturwissenschaft, Technische Universität Chemnitz), in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.

Das Programm der Ringvorlesung [pdf, 1,05mb]

Barrierefreiheit auf der Veranstaltung

  • Schwarz-weiß Grafik, die einen Rollstuhlfahrer abbildet und für barrierefreien Zugang steht. Barrierefreier Zugang

Über den Veranstalter

Die Technische Universität Chemnitz ist eine weltoffene Universität, die regional, national und international stark vernetzt ist. Mit rund 8.300 Studierenden aus 94 Ländern und etwa 2.400 Beschäftigten ist sie die drittgrößte Hochschule in Sachsen. Bezogen auf den Anteil ausländischer Studierender belegt die TU Chemnitz unter den staatlichen Universitäten bundesweit eine Spitzenposition. Chemnitz gehört einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts Prognos zufolge zu den zehn lebenswertesten Großstädten Deutschlands und ist damit Spitzenreiter in Sachen Lebensqualität. Die Stadt kann zudem auf einen hohen Anteil hochqualifizierter Beschäftigter verweisen. Dies verdankt sie auch ihrer Universität, denn die TU Chemnitz ist das intellektuelle Herz der Stadt. Sie hat sich zu einem international sichtbaren Forschungsstandort für künftige Wertschöpfungsprozesse und nachhaltige Zukunftssicherung entwickelt.

Mehr über den Veranstalter