Von schweigenden und sprechenden Objekten – Familiengeschichte im Museum
Vortrag von Monika Heinemann (Leipzig) im Rahmen der Vorlesungsreihe "Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext"
Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
Stefan-Heym-Platz 1
09111 Chemnitz
Der Vortrag beleuchtet den Einsatz und die Bedeutung von Familiengeschichten in jüdischen Museen. Gefragt werden soll danach, mit welcher Intention die Darstellung von Biographien und verbundenen Familienbanden in Ausstellungserzählungen erfolgte und erfolgt. Inwieweit ist ein Wandel der angebotenen Interpretationen und Perspektiven über die vergangenen Jahrzehnte bis in die Gegenwart nachvollziehbar? Welche Bedeutung haben Familien auch in den Sammlungsgeschichten der Museen? Kann man von einer besonderen Rolle biographischer und familiärer Erzählungen in jüdischen Museen sprechen? Diesen Fragen wird anhand von Beispielen sowohl in Deutschland als auch im östlichen Europa, insbesondere Polens, nachgegangen.
Organisiert wird die Ringvorlesung von Prof. Dr. Teresa Pinheiro, Inhaberin der Professur Kultureller und Sozialer Wandel an der TU Chemnitz, und Prof. Dr. Cecile Sandten, Inhaberin der Professur Anglistische Literaturwissenschaft der TU Chemnitz in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.
Zur Person
Dr. Monika Heinemann ist Forschungskoordinatorin am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig. In ihrer Dissertation analysierte sie Selbst- und Fremdbilder in musealen Darstellungen des Zweiten Weltkriegs polnischer historischer Ausstellungen seit den 1980er Jahren. Ihr Forschungsinteresse umfasst Fragen der Museologie, der Erinnerungskulturen des östlichen Europa, insbesondere Polens nach 1945, und der Fotografiegeschichte.
Zur Vorlesungsreihe
Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext
Sommersemester 2026, mittwochs 18:15 Uhr im Vortragssaal, smac
Im Rahmen des Themenjahres Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 lädt die Ringvorlesung im Sommersemester 2026 zu einer vielstimmigen Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur, Geschichte und Erinnerung ein. Internationale und interdisziplinäre Perspektiven eröffnen Einblicke in jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart – über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.
Im Mittelpunkt stehen literarische, historische sowie kultur- und erinnerungstheoretische Fragestellungen, die die Vielfalt jüdischer Erfahrungen, Ausdrucksformen und transnationalen Verflechtungen sichtbar machen. Die Vortragsreihe verbindet aktuelle Forschung mit innovativen Ansätzen und rückt insbesondere die Bedeutung jüdischer Akteurinnen und Akteure für die europäische Moderne und die Erinnerungskultur in den Fokus.
Die Ringvorlesung versteht sich als offenes Forum für Austausch und kritische Reflexion und lädt dazu ein, Kontinuitäten, Brüche und bislang wenig beachtete Leerstellen jüdischer Kulturgeschichte neu zu denken.
Organisation: Prof. Dr. Teresa Pinheiro (Professur Kultureller und Sozialer Wandel, Technische Universität Chemnitz) Prof. Dr. Cecile Sandten (Professur Anglistische Literaturwissenschaft, Technische Universität Chemnitz), in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.
Barrierefreiheit auf der Veranstaltung
Über den Veranstalter
Die Technische Universität Chemnitz ist eine weltoffene Universität, die regional, national und international stark vernetzt ist. Mit rund 8.300 Studierenden aus 94 Ländern und etwa 2.400 Beschäftigten ist sie die drittgrößte Hochschule in Sachsen. Bezogen auf den Anteil ausländischer Studierender belegt die TU Chemnitz unter den staatlichen Universitäten bundesweit eine Spitzenposition. Chemnitz gehört einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts Prognos zufolge zu den zehn lebenswertesten Großstädten Deutschlands und ist damit Spitzenreiter in Sachen Lebensqualität. Die Stadt kann zudem auf einen hohen Anteil hochqualifizierter Beschäftigter verweisen. Dies verdankt sie auch ihrer Universität, denn die TU Chemnitz ist das intellektuelle Herz der Stadt. Sie hat sich zu einem international sichtbaren Forschungsstandort für künftige Wertschöpfungsprozesse und nachhaltige Zukunftssicherung entwickelt.
