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Logo "Tacheles - Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026". Links ist eine halbe Menorah in blauen Farbtönen zu sehen.

Digitale Dialoge mit ZeitzeugInnen des Holocausts: Online ins virtuelle Gespräch kommen

Vortrag von Christina Sanchez-Stockhammer (Chemnitz) im Rahmen der Vorlesungsreihe "Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext"

Sanchez-Stockhammer
1
Juli2026
18:15 Uhr

Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz

Stefan-Heym-Platz 1
09111 Chemnitz

Veranstalter: Technische Universität Chemnitz
Eintritt: frei

Holocaust-Überlebenden Abba Naor über 1000 Fragen gestellt und aus dem Filmmaterial ein interaktives digitales Zeugnis (IDZ) erstellt. Online kann man dem virtuellen Gesprächspartner Fragen stellen und bekommt als Antwort authentische Videoaufnahmen. Das Gesprächserlebnis ist erstaunlich realistisch.

Um dieses wichtige Zeugnis international zugänglich zu machen, haben wir an der TU Chemnitz die 200 relevantesten Antworten ins Englische übersetzt, die Videos untertitelt und englischsprachige Zugriffsstrukturen geschaffen. Gegenwärtig entwickeln wir eine nachhaltige Software, mit der jede/r aus eigenen Audio- oder Videoaufnahmen einfach selbst IDZs herstellen kann. In Zusammenarbeit mit dem Verein BuntmacherInnen e.V. erschließen wir außerdem den digitalen Nachlass des Chemnitzer Holocaust-Überlebenden Justin Sonder, um diesen ebenfalls interaktiv online zugänglich zu machen. Der Vortrag stellt unsere öffentliche Erinnerungs-Website vor und bietet Gelegenheit zum Ausprobieren der vorgestellten IDZs.

Organisiert wird die Ringvorlesung von Prof. Dr. Teresa Pinheiro, Inhaberin der Professur Kultureller und Sozialer Wandel an der TU Chemnitz, und Prof. Dr. Cecile Sandten, Inhaberin der Professur Anglistische Literaturwissenschaft der TU Chemnitz in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.

Zur Person

Christina Sanchez-Stockhammer ist Professorin für Englische und Digitale Sprachwissenschaft an der TU Chemnitz. Ihre Forschungsinteressen sind sehr breit, wobei der Schwerpunkt auf Korpuslinguistik, Angewandter Linguistik, sprachlichen Aspekten von Populärkultur, situationsspezifischem Sprachgebrauch, Softwareentwicklung und Wissenschaftskommunikation liegt. Ihre Publikationen handeln beispielsweise vom Einfluss von Star Wars auf die englische Sprache, der Kommunikation mit Robotern, sprachlicher Hybridisierung und der Frage, ob man Sprachwandel vorhersagen kann. Derzeit entwickelt sie eine Software zur einfachen und nachhaltigen Erstellung interaktiver digitaler Zeugnisse sowie das TransGrimm-Korpus mit einer Website, welche neue Möglichkeiten zur Erforschung der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm und ihrer englischen Übersetzungen bietet.

Zur Vorlesungsreihe

Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext

Sommersemester 2026, mittwochs 18:15 Uhr im Vortragssaal, smac

Im Rahmen des Themenjahres Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 lädt die Ringvorlesung im Sommersemester 2026 zu einer vielstimmigen Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur, Geschichte und Erinnerung ein. Internationale und interdisziplinäre Perspektiven eröffnen Einblicke in jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart – über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.

Im Mittelpunkt stehen literarische, historische sowie kultur- und erinnerungstheoretische Fragestellungen, die die Vielfalt jüdischer Erfahrungen, Ausdrucksformen und transnationalen Verflechtungen sichtbar machen. Die Vortragsreihe verbindet aktuelle Forschung mit innovativen Ansätzen und rückt insbesondere die Bedeutung jüdischer Akteurinnen und Akteure für die europäische Moderne und die Erinnerungskultur in den Fokus.

Die Ringvorlesung versteht sich als offenes Forum für Austausch und kritische Reflexion und lädt dazu ein, Kontinuitäten, Brüche und bislang wenig beachtete Leerstellen jüdischer Kulturgeschichte neu zu denken.

Organisation: Prof. Dr. Teresa Pinheiro (Professur Kultureller und Sozialer Wandel, Technische Universität Chemnitz) Prof. Dr. Cecile Sandten (Professur Anglistische Literaturwissenschaft, Technische Universität Chemnitz), in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.

Das Programm der Ringvorlesung [pdf, 1,05mb]

Barrierefreiheit auf der Veranstaltung

  • Schwarz-weiß Grafik, die einen Rollstuhlfahrer abbildet und für barrierefreien Zugang steht. Barrierefreier Zugang

Über den Veranstalter

Die Technische Universität Chemnitz ist eine weltoffene Universität, die regional, national und international stark vernetzt ist. Mit rund 8.300 Studierenden aus 94 Ländern und etwa 2.400 Beschäftigten ist sie die drittgrößte Hochschule in Sachsen. Bezogen auf den Anteil ausländischer Studierender belegt die TU Chemnitz unter den staatlichen Universitäten bundesweit eine Spitzenposition. Chemnitz gehört einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts Prognos zufolge zu den zehn lebenswertesten Großstädten Deutschlands und ist damit Spitzenreiter in Sachen Lebensqualität. Die Stadt kann zudem auf einen hohen Anteil hochqualifizierter Beschäftigter verweisen. Dies verdankt sie auch ihrer Universität, denn die TU Chemnitz ist das intellektuelle Herz der Stadt. Sie hat sich zu einem international sichtbaren Forschungsstandort für künftige Wertschöpfungsprozesse und nachhaltige Zukunftssicherung entwickelt.

Mehr über den Veranstalter