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Logo "Tacheles - Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026". Links ist eine halbe Menorah in blauen Farbtönen zu sehen.

Clowns, Golems und das Feiertags-Gürteltier – Darstellung jüdischen Lebens in den US-amerikanischen Fernsehserien der 1990er Jahre

Vortrag von Christian Landrock (Chemnitz) im Rahmen der Vorlesungsreihe "Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext"

Oscar Fux
Referent Christian LandrockAnnelie Blasko
27
Mai2026
18:15 Uhr

Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz

Stefan-Heym-Platz 1
09111 Chemnitz

Veranstalter: Technische Universität Chemnitz
Eintritt: frei

Die 90er Jahre waren das goldene Zeitalter des Kinder- und Jugendfernsehens. Alle Hauptsender hatten größere Programmblöcke, die auf Kinder und Jugendliche zugeschnitten waren. Wer vor dem Jahrtausendwechsel als Kind oder Jugendlicher Zugang zu einem TV hatte, wuchs mit den Simpsons, den Schlümpfen, Sailor Moon oder Friends auf. Um ihre Programme zu füllen kauften viele Sender ihre Inhalte bei US-amerikanischen Anbietern ein. Dabei wurden auch immer wieder Serien im deutschen Fernsehen gezeigt, die den amerikanischen Alltag präsentierten, in dem jüdisches Leben und jüdische Kultur selbstverständlich waren. Das Judentum wurde mitunter zentraler Gegenstand einzelner Episoden. So versöhnten Bart und Lisa Simpsons bspw. Krusty den Clown mit seinem Vater, der ein orthodoxer Rabbiner war. In South Park muss sich der jüdische Junge Kyle immer wieder den Angriffen von Cartman erwehren.

Auf diese Weise kamen Kinder und Jugendliche als Konsumenten dieser Serien mit einer komplett anderen Abbildung jüdischen Lebens in Berührung als die in deutschen Fernsehproduktionen geläufige Darstellung, die sich auf die NS-Zeit und die Shoah konzentrierte. In dem Vortrag begeben wir uns auf die Memory Lane und lernen einige Fernsehserien noch einmal neu kennen.

Organisiert wird die Ringvorlesung von Prof. Dr. Teresa Pinheiro, Inhaberin der Professur Kultureller und Sozialer Wandel an der TU Chemnitz, und Prof. Dr. Cecile Sandten, Inhaberin der Professur Anglistische Literaturwissenschaft der TU Chemnitz in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.

Zur Person

Dr. Christian Landrock wuchs in der 90er Jahren auf und kann sich noch gut an die damalige bunte Fernsehwelt erinnern. Nach dem Abitur studierte er Geschichte und Kommunikationswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, dem sich ein Masterstudiengang in Europäischer Kulturgeschichte an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg anschloss. Nach dem Studium promovierte Christian Landrock über die Nachkriegszeit des Dreißigjährigen Krieges und die damit verbundene Kriegsfolgenbewältigung in Zwickau. Neben der frühneuzeitlichen Geschichte liegt sein Forschungsschwerpunkt auf der Geschichtskultur und -vermittlung. Nach einem Volontariat im Schloss- und Spielkartenmuseum Residenzschloss Altenburg wirkte er im Projektteam der 4. Sächsischen Landesausstellung Boom – 500 Jahre Industriekultur in Sachsen mit. Seit 2023 arbeitet Christian Landrock im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, wo er als Kurator an der Sonderausstellung Silberglanz & Kumpeltod. Die Bergbau-Ausstellung beteiligt war und aktuell für die Öffentlichkeitsarbeit im Projektteam von Tacheles 2026 verantwortlich ist.

Zur Vorlesungsreihe

Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext

Sommersemester 2026, mittwochs 18:15 Uhr im Vortragssaal, smac

Im Rahmen des Themenjahres Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 lädt die Ringvorlesung im Sommersemester 2026 zu einer vielstimmigen Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur, Geschichte und Erinnerung ein. Internationale und interdisziplinäre Perspektiven eröffnen Einblicke in jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart – über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.

Im Mittelpunkt stehen literarische, historische sowie kultur- und erinnerungstheoretische Fragestellungen, die die Vielfalt jüdischer Erfahrungen, Ausdrucksformen und transnationalen Verflechtungen sichtbar machen. Die Vortragsreihe verbindet aktuelle Forschung mit innovativen Ansätzen und rückt insbesondere die Bedeutung jüdischer Akteurinnen und Akteure für die europäische Moderne und die Erinnerungskultur in den Fokus.

Die Ringvorlesung versteht sich als offenes Forum für Austausch und kritische Reflexion und lädt dazu ein, Kontinuitäten, Brüche und bislang wenig beachtete Leerstellen jüdischer Kulturgeschichte neu zu denken.

Organisation: Prof. Dr. Teresa Pinheiro (Professur Kultureller und Sozialer Wandel, Technische Universität Chemnitz) Prof. Dr. Cecile Sandten (Professur Anglistische Literaturwissenschaft, Technische Universität Chemnitz), in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.

Das Programm der Ringvorlesung [pdf, 1,05mb]

Barrierefreiheit auf der Veranstaltung

  • Schwarz-weiß Grafik, die einen Rollstuhlfahrer abbildet und für barrierefreien Zugang steht. Barrierefreier Zugang

Über den Veranstalter

Die Technische Universität Chemnitz ist eine weltoffene Universität, die regional, national und international stark vernetzt ist. Mit rund 8.300 Studierenden aus 94 Ländern und etwa 2.400 Beschäftigten ist sie die drittgrößte Hochschule in Sachsen. Bezogen auf den Anteil ausländischer Studierender belegt die TU Chemnitz unter den staatlichen Universitäten bundesweit eine Spitzenposition. Chemnitz gehört einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts Prognos zufolge zu den zehn lebenswertesten Großstädten Deutschlands und ist damit Spitzenreiter in Sachen Lebensqualität. Die Stadt kann zudem auf einen hohen Anteil hochqualifizierter Beschäftigter verweisen. Dies verdankt sie auch ihrer Universität, denn die TU Chemnitz ist das intellektuelle Herz der Stadt. Sie hat sich zu einem international sichtbaren Forschungsstandort für künftige Wertschöpfungsprozesse und nachhaltige Zukunftssicherung entwickelt.

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