Direkt zum Inhalt
Logo "Tacheles - Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026". Links ist eine halbe Menorah in blauen Farbtönen zu sehen.

Stefan Heyms Debütroman Hostages (1942) (Der Fall Glasenapp, 1958): Anglistisch-Germanistische Perspektiven

Vortrag von Cecile Sandten und Bernadette Malinowski (Chemnitz) im Rahmen der Vorlesungsreihe "Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext"

Europäische Schriftstellerkonferenz „Haagse Treffen“ im Kurhaus in Scheveningen, 1982Dutch Nationaal Archief
10
Juni2026
18:15 Uhr

Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz

Stefan-Heym-Platz 1
09111 Chemnitz

Veranstalter: Technische Universität Chemnitz
Eintritt: frei

Stefan Heyms Debütroman Hostages (dt. Der Fall Glasenapp) wurde bereits im Jahr seines Erscheinens, 1942, zum Bestseller und kann inzwischen geradezu Klassiker-Status für sich beanspruchen. Grund genug, das in englischer Sprache verfasste und vom Autor mit erheblichen Änderungen ins Deutsche übersetzte Werk neu in den Blick zu nehmen. Unter Berücksichtigung des Entstehungskontexts – Heym befindet sich seit 1933 im amerikanischen Exil – wird der Vortrag vor allem den Einflüssen der amerikanischen Erzähltradition auf den Roman nachgehen und dabei die englisch- und deutschsprachige Fassung in vergleichender Perspektive betrachten.

Organisiert wird die Ringvorlesung von Prof. Dr. Teresa Pinheiro, Inhaberin der Professur Kultureller und Sozialer Wandel an der TU Chemnitz, und Prof. Dr. Cecile Sandten, Inhaberin der Professur Anglistische Literaturwissenschaft der TU Chemnitz in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.

Zu den Personen

Bernadette Malinowski ist Inhaberin der Professur für Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft an der TU Chemnitz. Ihre Publikationen setzen sich mit kulturanthropologischen und literaturtheoretischen Fragestellungen wie Erinnern und Vergessen, narrative Subjekt- und Identitätskonstituierung und Konzepte des Imaginären auseinander. Derzeitige Forschungsinteressen gelten insbesondere den interdiskursiven Überschneidungen und Verflechtungen zwischen Literatur und Wissen(schaft), ästhetisch-ethischen Formen und Funktionen des Interrogativen, der produktiven Rezeption der Gattung ‚Totengespräch‘ sowie dem literarischen Werk Stefan Heyms (vgl. https://www.stefan-heym-digital.de/).

Cecile Sandten ist Inhaberin der Professur für Anglistische Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Chemnitz. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der postkolonialen Theorie und Literatur, den Literary Urban Studies, der indisch-englischen Literatur, dem Black and Asian British Writing sowie in Narrativen von Flucht und Asyl. Sie hat zahlreiche Sammelbände insbesondere im Bereich der Literary Urban Studies (mit)herausgegeben, darunter Industrialization, Industrial Heritage, De-Industrialization (2012), Re-Inventing the Postcolonial (in the) Metropolis (2016) oder Making the City: Transformative Processes in (Post)Industrial Urban Spaces (2025). Aktuell arbeitet sie im Rahmen der Forschungsverbundinitiative „Palimpsesträume“ an dem Forschungsprojekt „Postcolonialism in the Metropolis“.

Zur Vorlesungsreihe

Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext

Sommersemester 2026, mittwochs 18:15 Uhr im Vortragssaal, smac

Im Rahmen des Themenjahres Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 lädt die Ringvorlesung im Sommersemester 2026 zu einer vielstimmigen Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur, Geschichte und Erinnerung ein. Internationale und interdisziplinäre Perspektiven eröffnen Einblicke in jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart – über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.

Im Mittelpunkt stehen literarische, historische sowie kultur- und erinnerungstheoretische Fragestellungen, die die Vielfalt jüdischer Erfahrungen, Ausdrucksformen und transnationalen Verflechtungen sichtbar machen. Die Vortragsreihe verbindet aktuelle Forschung mit innovativen Ansätzen und rückt insbesondere die Bedeutung jüdischer Akteurinnen und Akteure für die europäische Moderne und die Erinnerungskultur in den Fokus.

Die Ringvorlesung versteht sich als offenes Forum für Austausch und kritische Reflexion und lädt dazu ein, Kontinuitäten, Brüche und bislang wenig beachtete Leerstellen jüdischer Kulturgeschichte neu zu denken.

Organisation: Prof. Dr. Teresa Pinheiro (Professur Kultureller und Sozialer Wandel, Technische Universität Chemnitz) Prof. Dr. Cecile Sandten (Professur Anglistische Literaturwissenschaft, Technische Universität Chemnitz), in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.

Das Programm der Ringvorlesung [pdf, 1,05mb]

Barrierefreiheit auf der Veranstaltung

  • Schwarz-weiß Grafik, die einen Rollstuhlfahrer abbildet und für barrierefreien Zugang steht. Barrierefreier Zugang

Über den Veranstalter

Die Technische Universität Chemnitz ist eine weltoffene Universität, die regional, national und international stark vernetzt ist. Mit rund 8.300 Studierenden aus 94 Ländern und etwa 2.400 Beschäftigten ist sie die drittgrößte Hochschule in Sachsen. Bezogen auf den Anteil ausländischer Studierender belegt die TU Chemnitz unter den staatlichen Universitäten bundesweit eine Spitzenposition. Chemnitz gehört einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts Prognos zufolge zu den zehn lebenswertesten Großstädten Deutschlands und ist damit Spitzenreiter in Sachen Lebensqualität. Die Stadt kann zudem auf einen hohen Anteil hochqualifizierter Beschäftigter verweisen. Dies verdankt sie auch ihrer Universität, denn die TU Chemnitz ist das intellektuelle Herz der Stadt. Sie hat sich zu einem international sichtbaren Forschungsstandort für künftige Wertschöpfungsprozesse und nachhaltige Zukunftssicherung entwickelt.

Mehr über den Veranstalter