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Logo "Tacheles - Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026". Links ist eine halbe Menorah in blauen Farbtönen zu sehen.

„Wenn ich das alles dir, mein liebes Buch, anvertraut habe, ist mir noch einmal so wohl!“

Das Tagebuch der Frida Simon – ein junges jüdisches Leben in Dresden

12
November2026
19:00 Uhr

Riesa Efau

Wachsbleichstraße 4 a
01067 Dresden

Veranstalter: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V. (ISGV)
Eintritt: kostenlos

Zwischen 1901 und 1906 führte die Dresdner Schülerin Frida Simon ein Tagebuch, in dem sie Alltagserlebnisse und Freizeitaktivitäten festhielt. Simon, geboren 1886, entstammte einer bürgerlichen jüdischen Familie, die fest in das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben der Stadt integriert war.

Das Tagebuch zeigt die vielen Facetten des Erwachsenwerdens in diesem Milieu an der Wende zum 20. Jahrhundert auf – die Auseinandersetzung mit Eltern und Familie, das erste Verliebtsein, die Mühen (und das Vergnügen) des Schulbesuchs, die Begeisterung für Theater und Bälle und die Teilnahme an gesellschaftlichen Ereignissen.

In einer Unmittelbarkeit, wie sie nur durch lebensgeschichtliche Zeugnisse vermittelt wird, ersteht so das Leben einer jungen Frau zwischen familiärer Bindung und Freiheitsdrang, gerahmt von gesellschaftlichen Erwartungen und geprägt von Suchbewegungen zwischen jüdischen Traditionen und der säkularen Moderne.

Die Veranstaltung präsentiert das Tagebuch und ordnet es als eine alltagsgeschichtliche Quelle zum jüdischen Leben in Dresden ein. Dabei werden unter Einbeziehung von Frida Simons Nachkommen, den Schauspielerinnen Regina und Sophia Fabian, zentrale Passagen des Tagebuchs vorgestellt und interpretiert.

Programm
• Begrüßung (ISGV, Hatikva)
• Einführung (Claudia Pawlowitsch, ISGV)
• Kurzvortrag: Jüdisches Leben in Dresden um 1900 (Daniel Ristau, Historiker)
• Lesung aus dem Tagebuch von Frida Simon mit Regina und Sophia Fabian, Kommentar: Sönke Friedreich (ISGV)
• Diskussionsmöglichkeit

Barrierefreiheit auf der Veranstaltung

  • Schwarz-weiß Grafik, die einen Rollstuhlfahrer abbildet und für barrierefreien Zugang steht. Barrierefreier Zugang

Über den Veranstalter

Am ISGV werden regionale Strukturen und Prozesse in ihrer historischen Entwicklung und gegenwärtigen Ausprägung erforscht. Die Forschungsperspektive schließt die benachbarten Länder Sachsens explizit mit ein und nimmt Austausch und Verflechtungen in den Blick. In Langzeitvorhaben erschließt, ediert, erforscht und publiziert das ISGV schriftliche und visuelle Quellen zur sächsischen Geschichte und Alltagskultur. Durch die Sammlung von Dokumenten, Interviews und Fotodokumentationen trägt es zur Überlieferungsbildung bei. Kurz- und mittelfristige Forschungsvorhaben erweitern das Themenspektrum über die Grundlagenforschung hinaus und greifen aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen auf.

Mehr über den Veranstalter