Die Shoah & die DDR
Jüdische Stimmen im staatlichen Antifaschismus
Hole of Fame e.V.
Königsbrücker Straße 39
01099 Dresden
Das jüdische Leben in der DDR ist in breiten Teilen der Gesellschaft eher unbekannt. Jenseits bekannter Klassiker wie „Jakob der Lügner“ stellt sich die Frage: Welchen Raum erhielten jüdische Erfahrungen im staatlich verordneten Antifaschismus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und später in der DDR? Während staatliche Gedenkstätten allgemein von „Kämpfern gegen den Faschismus“ sprachen, rangen jüdische Überlebende unmittelbar nach 1945 um eine würdige Bestattung der Toten und eine sichtbare Erinnerung an die Shoah, versuchten ihre kleinen Gemeinden aufrechtzuerhalten.
Der Historiker Dr. Alexander Walther geht in seinem Vortrag der Rolle jüdischer Akteure wie Lin Jaldati, Helmut Eschwege oder Heinz Knobloch nach. Anhand persönlicher Nachlässe zeigt er ihr spannungsreiches Handeln zwischen eigensinniger Aufklärungsarbeit und teils schmerzhaften Zugeständnissen an die SED. Ein Abend über mutiges Engagement, unmarkierte Gräber und das schwierige Erbe jüdischer Verfolgungserfahrung.
Zum Autor
Alexander Walther studierte an der Universität Jena Geschichte und Englisch für das Lehramt. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Jena und Erfurt und ist seit 2023 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz im Projekt „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“.
Über den Veranstalter
Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) stärkt das demokratische Engagement im Freistaat Sachsen durch die Auseinandersetzung mit Gesellschaft, Geschichte und Gegenwart. Mit ihren Publikationen, Veranstaltungen und Online-Angeboten schafft sie Räume für Information, Austausch und kontroverse Debatten. Sie vermittelt Wissen und befördert die politische Partizipations-, Urteils- und Handlungsfähigkeit. Ziel ist die Unterstützung einer politisch interessierten, meinungsstarken und engagierten Zivilgesellschaft in Sachsen.
