Die schwierige Geschichte der Kindertransporte 1938/39 nach Großbritannien
Buchvorstellung und Diskussion mit Prof. Andrea Hammel
IdeenReich, Universitätsbibliothek Chemnitz
Str. der Nationen 33
09111 Chemnitz
1938 und 1939 flohen über 10.000 Kinder und Jugendliche nach Großbritannien, um der Verfolgung durch die Nazis zu entkommen. Diese als „Kindertransport” bekannte Aktion wurde lange Zeit als humanitäre Rettung gefeiert – doch hinter den vielen Geschichten der Geretteten verbergen sich unangenehme Wahrheiten: Die britische Regierung befreite die jungen – zumeist jüdischen – Kindertransportflüchtlinge von der Visumpflicht, aber die Organisation und Finanzierung des Programms musste von Freiwilligen übernommen werden. Bei den Auswahlkriterien wurden diejenigen bevorzugt, die voraussichtlich den größten Beitrag zur britischen Gesellschaft leisten würden und nicht die dringendsten Fälle. Einige Kinder und Jugendliche wurden in ungeeigneten Pflegestellen untergebracht, wo sie viele weitere Traumata erfuhren.
Andrea Hammel, Professorin für Deutsch an der Universität Aberystwyth in Wales, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesen Geschichten. In ihrem neuen Buch fasst sie ihre Forschungen zusammen und beleuchtet die Geschichte der Kindertransporte differenziert und kritisch. Ihr Buch ist eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich für die Geschichte der Flucht aus dem nationalsozialistischen Deutschland interessieren, und bietet Denkanstöße dafür, wie wir Kindern, die heute vor Konflikten fliehen, das Leben erleichtern können.
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Über den Veranstalter
Das smac ist Sachsens einziges Museum, in dem 300 000 Jahre Menschheitsgeschichte erfahrbar sind. Zugleich ist es das Schaufenster des Landesamtes für Archäologie Sachsen mit seinem Archäologischen Archiv Sachsen.

