Stummfilmvertonung: The Man Without A World
Mit Live-Musik, komponiert und gespielt von Klezmer-Geigerin Alicia Svigals und Stummfilm-Pianist Donald Sosin
Schauburg
Königsbrücker Straße 55
01099 Dresden
THE MAN WITHOUT A WORLD wird dem legendären (und fiktiven) sowjetischen Regisseur Jewgeni Antinow aus den 1920er Jahren zugeschrieben. Aber der Film ist alles andere als alt. Tatsächlich ist Antinow selbst eine Erfindung der zeitgenössischen Filmemacherin Eleanor Antin. Ein bewegendes, komisches Melodram, das in einem typischen Schtetl (Dorf) in Polen spielt. Der Kampf der Juden gegen Armut und Rassenhass wird durch ihre eigene Spaltung in verfeindete politische Fraktionen der religiösen Orthodoxie, Assimilationisten, Sozialisten, Zionisten, Anarchisten und Überlebenden erschwert. Vor diesem Hintergrund suchen zwei unglückliche Liebende – die Kaufmannstochter Rukheleh und der verarmte jiddische Dichter Zevi – ihr Glück. Doch viele Hindernisse stehen zwischen ihnen, darunter Rukhelehs missbilligende Eltern, Zevis Liebschaft mit einer verführerischen Zigeunertänzerin (gespielt von Antin) und das Leiden von Zevis jüngerer Schwester Sooreleh, die durch einen sexuellen Übergriff in ihrer Jugend traumatisiert ist und nun von lokalen religiösen Eiferern Exorzismusritualen unterzogen wird.
Der Film wurde von Milestone Media neu restauriert und mit einer Originalmusik von Donald Sosin, dem Meister des Stummfilmklaviers, und der Violinistin Alicia Svigals, der weltweit führenden Vertreterin der Klezmer-Geige (Klezmer ist die traditionelle Musik der osteuropäischen, jiddischsprachigen Juden), unterlegt. Das Duo tourt derzeit und tritt weltweit mit dem Film in „Kino-Konzerten” live auf.
Über den Veranstalter
Das seit 1961 bestehende Kulturzentrum scheune wird seit 2007 vom gemeinnützigen Verein scheune e. V. betrieben. Konzerte aller Couleur, Literatur-, Kleinkunst- und Tanzveranstaltungen sowie Filmvorführungen wecken das Interesse von jährlich etwa 85.000 Besucher:innen. Eine große Bandbreite an kulturellen Erlebnissen und künstlerischen Genüssen für alle Altersgruppen sowie zivilgesellschaftliches Engagement sind der rote Faden für die Programmgestaltung.
Seit 2021, dem Jahr ihres 70. Jubiläums, wird die scheune umfassend saniert. Vor Beginn der Bauarbeiten wurde das Haus in einem fünftägigen Festival mit Konzerten, Lesungen, Theater, Installation und Galerie in einen Ort vielfältiger Kunst verwandelt und so gebührend verabschiedet. Seitdem betreibt der scheune e.V. die Interimsspielstätte „scheune Blechschloss“ und ist außerdem unter dem Claim „scheune außer Haus“ mit Veranstaltungsformaten und Konzertreihen in den unterschiedlichsten Kulturstätten in ganz Dresden zu Gast.
