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Logo "Tacheles - Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026". Links ist eine halbe Menorah in blauen Farbtönen zu sehen.

Familienalbum – aus dem Leben der Görlitzer Juden mit Lauren Leiderman

Kabinettveranstaltung mit Bildern und Geschichten zu den Görlitzer Familien Miodowski & Freundlich

Rote Schrift auf gelbem Grund, links sind Familienbilder zu einer Collage arrangiert
Familien Freundlich & MiodowskiLauren Leiderman
12
Mai2026
19:00 Uhr

Kulturforum Görlitzer Synagoge

Otto-Müller-Straße 3
02826 Görlitz

Veranstalter: Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH (GKSG)
Eintritt: kostenlos
Tacheles - Görlitzer Familien

Nachkommen von Görlitzer Juden werden voraussichtlich Ende Juni 2026 an der Jüdischen Gedenkwoche teilnehmen. Lauren Leiderman, die Görlitz zu ihrer Heimat gemacht hat, hat im Laufe der Jahre enge Kontakte zu Nachkommen auf der ganzen Welt aufgebaut. Jeden zweiten Dienstag im Monat stellt sie einige der Familien vor, die im Sommer nach Görlitz zurückkehren werden und deren Verwandte im Juni 2026 mit Stolpersteinen geehrt werden.

Im Mai werden die Familien Freundlich und Miodowski vorgestellt.

Zur Familie

Ihre Geschichte beginnt buchstäblich mit Licht. Salomon Freundlich kam Ende des 19. Jahrhunderts aus dem heutigen Polen nach Görlitz und half bei der Elektrifizierung der Stadt, indem er Gasbeleuchtung installierte und später das neue Zeitalter der Elektrizität begrüßte. Zusammen mit seiner Frau Rosa, geborene Miodowski, betrieb er ein bekanntes Geschäft für Lampen und Elektrogeräte in der Berliner Straße – eine Adresse, die noch immer ein stiller Zeuge des einst blühenden jüdischen Geschäftslebens in Görlitz ist.

Hinter diesem Bild von Stabilität und Erfolg verbirgt sich jedoch eine Geschichte von bemerkenswerter Tragweite und verheerendem Bruch. Die Familien Freundlich und Miodowski brachten Elektriker und Unternehmer, Sozialarbeiter und Wissenschaftler hervor – Menschen, die das moderne Leben auf eine Weise mitgeprägt haben, wie es sich kaum jemand hätte vorstellen können. Ein Sohn sollte später zu Technologien beitragen, die das 20. Jahrhundert prägten; eine andere Generation baute Unternehmen auf, setzte sich für Arbeiter ein und widmete ihr Leben dem öffentlichen Dienst.

Dann kam der Zusammenbruch.

Was folgte, war nicht eine einzige Flucht, sondern viele: Eigentum wurde enteignet, Leben zerstört, Familien über Kontinente verstreut. Einige flohen frühzeitig. Andere wurden inhaftiert, ins Exil gezwungen oder überlebten nur knapp durch außergewöhnliche Mut und Zufall. Am Ende des Krieges waren ganze Zweige der Familie verschwunden – während diejenigen, die überlebten, Görlitz mit nach New York, Bolivien, Israel und auf die Philippinen nahmen.

Dieser Abend zeichnet das Netzwerk einer Familie nach, das in der Berliner Straße beginnt und sich bis ins Herz der modernen Wissenschaft, der sozialen Gerechtigkeit und des Exils erstreckt – und zeigt, wie die Geschichte einer Familie Görlitz sowohl die Verheißungen als auch die Kosten der Moderne beleuchtet.

Barrierefreiheit auf der Veranstaltung

  • Schwarz-weiß-Grafik, die ein Blatt mit Text zeigt sowie einen Lautsprecher davor. Sie steht für auditiv unterstützte Inhalte. Auditiv unterstützte Inhalte
  • Schwarz-weiß Grafik, die einen Rollstuhlfahrer abbildet und für barrierefreien Zugang steht. Barrierefreier Zugang

Über den Veranstalter

Die GKSG ist eine 100prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Görlitz. Ihre Aufgabe ist die Förderung der Kultur und die Stärkung der Identität in der Europastadt Görlitz-Zgorzelec. Die GKSG betreibt das Kulturforum Görlitzer Synagoge und beteiligt sich aktiv an der Gestaltung des Jahres der Jüdischen Kultur in Sachsen.

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