Familienalbum – aus dem Leben der Görlitzer Juden mit Lauren Leiderman
Kabinettveranstaltung mit Bildern und Geschichten zur Görlitzer Familie Kafka
Kulturforum Görlitzer Synagoge
Otto-Müller-Straße 3
02826 Görlitz
Die Nachkommen der Görlitzer Juden werden voraussichtlich Ende Juni 2026 an der Jüdischen Gedenkwoche teilnehmen. Lauren Leiderman, die Görlitz zu ihrer Heimat gemacht hat, hat im Laufe der Jahre enge Kontakte zu Nachkommen auf der ganzen Welt aufgebaut. Jeden zweiten Dienstag im Monat stellt sie einige der Familien vor, die im Sommer nach Görlitz zurückkehren werden und deren Verwandte im Juni 2026 mit Stolpersteinen geehrt werden.
Im April wird die Familie Kafka vorgestellt.
Zur Familie
Die Kafkas kamen in den 1870er Jahren aus Böhmen nach Görlitz und etablierten sich schnell im Zentrum des städtischen Wirtschaftslebens, indem sie ein Schuhgeschäft an der Ecke Steinstraße/Obermarkt eröffneten. Ihr Name weckt auch heute noch Neugierde – oft begleitet von der unvermeidlichen Frage: Ist diese Familie Kafka mit dem berühmten Schriftsteller verwandt? Die Antwort lautet ja.
Paul Kafka aus Görlitz und Franz Kafka aus Prag waren Cousins zweiten Grades. Paul Kafka wurde in Görlitz geboren und wuchs mit dem Ziel auf, die Geschäfte der Familie zu übernehmen und zu modernisieren, um sie ins neue Jahrhundert zu führen. Zusammen mit seiner Frau Johanna – einer gebürtigen Görlitzerin, die zum Judentum konvertierte – baute das Paar ein Familienleben auf, das fest in der Stadt verwurzelt war. Ihre Tochter Eva, 1926 in Görlitz geboren, wurde später eine der letzten Holocaust-Überlebenden aus der Stadt und feiert im September ihren 100. Geburtstag. Aber die Geschichte der Familie Kafka ist nicht nur eine Geschichte der Kontinuität und des Erfolgs. Es ist auch eine Geschichte der Flucht und des Verlusts, eine Geschichte, die sich von Prag nach Görlitz, von Nazi-Deutschland nach Kuba und weiter in die Vereinigten Staaten erstreckt.
Es ist eine Familiengeschichte, die von bemerkenswertem Überleben – und verheerender Abwesenheit – geprägt ist. Am Ende des Holocaust war Paul Kafka der einzige seiner Geschwister, der noch am Leben war.
Dieser Abend zeichnet eine Linie nach, die Literaturgeschichte, die städtische Vergangenheit Görlitz' und die Brüche des 20. Jahrhunderts miteinander verbindet – und lädt das Publikum ein, zu entdecken, wie das Schicksal einer Familie sowohl außergewöhnliche Ausdauer als auch unersetzlichen Verlust widerspiegelt.
Barrierefreiheit auf der Veranstaltung
Über den Veranstalter
Die GKSG ist eine 100prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Görlitz. Ihre Aufgabe ist die Förderung der Kultur und die Stärkung der Identität in der Europastadt Görlitz-Zgorzelec. Die GKSG betreibt das Kulturforum Görlitzer Synagoge und beteiligt sich aktiv an der Gestaltung des Jahres der Jüdischen Kultur in Sachsen.
