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Logo "Tacheles - Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026". Links ist eine halbe Menorah in blauen Farbtönen zu sehen.

Sylva Sabine Avramovici

Im Kinderheim in England

Geboren: 24.07.1928 in Chemnitz
Gestorben: 16.12.1993 in New York

Kindheit und Familie

Sylva Sabine Avramovici wird in Chemnitz geboren und lebt mit ihrer Familie in der Zschopauer Straße 107. Sie hat zwei Geschwister, über die jedoch nur wenig bekannt ist. Ihr Vater, Avram Avramovici, stammt aus Jassy in Rumänien und arbeitet als Kaufmann. Ihre Mutter, Alta Basia, kam aus Warschau und führt den Haushalt.

Nach England

Sylva entkommt 1939 – eine Woche nach ihrem 11. Geburtstag – mit einem Kindertransport nach England. Mit nur einem Koffer erreicht sie London. Aufgrund des Krieges ist ihr Leben weiterhin von Ortswechseln geprägt: über London gelangt sie nach Cockley Cley, einem großen Anwesen in Norfolk, und wird später bei einer Familie aufgenommen, zu der sie auch danach Kontakt halten wird. Die Änderung ist für Sylva wichtig, denn die Lebensbedingungen in Cockley Cley sind hart. Die Kinder schlafen auf Matratzen aus Zweigen und häufig werden Briefe der Eltern als Strafe vorenthalten.

In die USA

Sylva bleiben nur wenige Dinge erhalten, die sie mit ihrer Familien verbinden: Fotos, Briefe, ein Schuhspanner und ein rotes Lederetui mit einem Stift- und Bleistiftset von Montblanc, ein Geschenk zu ihrem 11. Geburtstag. Die Eltern werden am 10. Mai 1942 ins Ghetto Bełżyce deportiert und nach einem Fluchtversuch ermordet. Sylva kann 1947 in die USA emigrieren und heiratet 1949 Eric Oppenheimer. Trotz des Versuchs, Deutschland hinter sich zu lassen, prägt die deutsche Kultur ihren Alltag. Über ihre Kindheit schweigt sie. Sylva stirbt 1993 in New York. Erst nach ihrem Tod findet ihr Mann die Briefe, die Sylvas Eltern ihr nach England geschrieben hatten. Sylvas jüngste Tochter, Deborah Oppenheimer, schreibt die Geschichte auf und dreht einen Dokumentarfilm. 2001 wird er mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.