Siegfried (Sigi) Stadermann
Nach Palästina und als Soldat zurück nach Europa
Siegfried (Sigi) Stadermann
Geboren: 18. Januar 1923 in Chemnitz
Gestorben: 21. Juli 2011 in New York
Kindheit
Siegfried (Sigi) Stadermanns steht für eine andere Geschichte der Rettung – der Auswanderung nach Palästina. Sigi wächst in einer bürgerlichen Familie in Chemnitz auf. Sein Vater, Otto, ist Musiker im Sinfonieorchester und Christ; seine Mutter, Else, ist jüdisch. Die Familie wohnt in Chemnitz-Gablenz. Siegfried erhält Klavierunterricht und verschreibt sich der Musik. Die Familie lebt ein weitgehend konfessionsloses Leben und feiert eher Weihnachten denn Chanukka. Doch auch die jüdische Identität wird gepflegt und Sigi und sein Brucher Karl Joachim treten dem jüdischen Pfadfinderbund Makkabi Hazair (hebräisch: junge Makkabäer) bei.
Hachschara und Flucht nach Palästina
Karl Joachim tritt 1936 in ein Hachschara-Lager (hebr. Vorbereitung) des Pfadfinderbundes ein. Die Lager dienen dazu, junge Jüdinnen und Juden auf die Auswanderung nach Palästina vorzubereiten – durch Kurse in Landwirtschaft, Gartenbau und Hebräisch. 1939 fährt er mit anderen Jugendlichen nach Schweden, 1941 erreicht er Haifa im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina. Dort trifft er auf Sigi, der schon im November 1939 nach Palästina kommt. 1941 treten die Brüder der britischen Armee bei. Siegfried ist an der Befreiung Italiens beteiligt und zeitweise in Florenz stationiert. Nach Kriegsende fährt er nach Chemnitz und trifft wieder auf die Eltern. Elsa Stadermann war noch im Februar 1945 ins Ghetto Theresienstadt deportiert worden und wird im Mai befreit. Mit Sigi fahren die Eltern nach Italien und gehen später nach Israel.
Leben in Israel
Sigi studiert in Israel Musik und wird Dirigent. Er lebt in Ramat Gan bei Tel Aviv, dirigiert verschiedene Orchester und leitet das Abu Ghosh Vocal Music Festival. In den 1970er-Jahren wandert er in die USA aus und stirbt 2011 in New York.


