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Logo "Tacheles - Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026". Links ist eine halbe Menorah in blauen Farbtönen zu sehen.

Max Abel

Erzgebirge, USA, Chemnitz

* 09.02.1889 in Dessau
✡ 19.12.1955 in Karl-Marx-Stadt

Leben und Wirken

Max Abel wird in Dessau (Anhalt) geboren. Mit seinen Eltern Hermann Abel und Rosa Huhn sowie seinen Geschwistern verbringt er seine ersten Lebensjahre im Erzgebirge, bis er 1906 Realgymnasien in Annaberg und Chemnitz besucht. Es folgt eine kaufmännische Lehre in der Chemnitzer jüdischen Teppichfabrik „Bachmann & Ladewig“. Nach einem vierjährigen Aufenthalt in den USA von 1909 bis 1913 zur Verbesserung seiner kaufmännischen Kenntnisse kehrt er nach Deutschland zurück und wirkt bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs als angestellter Handelsvertreter für Spinnereien, Webereien und Zwirnereien. 1915-18 dient er im Ersten Weltkrieg als Frontsoldat in der Infanterie.

Nach der Demobilisierung arbeitet er als Prokurist und ist ab 1922 Mitinhaber des väterlichen Agentur- und Kommissionsgeschäftes in Chemnitz. Am 31.05.1922 heiratet er die vier Jahre jüngere Protestantin Margarethe Amanda Clara Henke aus Berlin – die Ehe bleibt kinderlos. Sein Vater stirbt 1936 in Chemnitz und wird auf dem Jüdischen Friedhof in Chemnitz-Altendorf beigesetzt.

Novemberpogrom 1938

Während des Novemberpogroms 1938 wird Max Abel verhaftet und bis zum 07.12.1938 im KZ Buchenwald inhaftiert.

Zeit im Nationalsozialismus

Im November 1938 wird sein Gewerbebetrieb in das „Verzeichnis der jüdischen Industrie- und Großhandelsbetriebe“ der IHK Chemnitz aufgenommen, zwei Monate später entzieht man ihm seinen Gewerbeschein. Im März 1939 wird die Firma endgültig liquidiert und er muss zwangsweise in das Chemnitzer „Judenhaus“ Ahornstraße 32 (Kaßberg) umziehen. Seine Fluchtpläne nach Bolivien scheitern.

Es folgen Jahre der Zwangsarbeit in der Städtischen Gartenverwaltung („Pflege“ des Gemeindefriedhofs), im Straßenbau bei dem Zwickauer Tiefbauunternehmer Bruno Lautner, als Metallhilfsarbeiter in der Beleuchtungskörperfabrik „E.F. Barthel“ in Altchemnitz sowie als Gemeindehelfer bei der Zusammenstellung des „Judentransportes“ in das Ghetto Bełżyce bei Lublin (heutiges Polen).

Am 14.02.1945 wird Abel in das Ghetto Theresienstadt deportiert, jedoch bald wieder durch die Alliierten befreit.

Zurück in Chemnitz

Als er im Juni 1945 nach Chemnitz zurückkehrt, ist sein ehemaliges Wohnhaus komplett ausgebombt und seine Frau nach Plaue bei Flöha geflüchtet. Er zieht in das Haus Vettersstraße 13, tritt der SPD bei und wird Gründungsmitglied der am 07.09.1945 etablierten Jüdischen Gemeinde Chemnitz, deren Vorstandsmitglied und Vorsitzender er später ist.

Nach einer kurzen Tätigkeit als Treuhänder arbeitet er bald als Angestellter der Bank für Handwerk und Gewerbe in Chemnitz. Seine Frau Margarethe stirbt am 10.11.1948. Kurz darauf geht er mit ihrer Schwester Irmgard Henke, die die Pflege des Jüdischen Friedhofs übernommen hat, eine Lebenspartnerschaft ein, die bis zu seinem Tod am 19. Dezember 1955 währt. Beigesetzt wird er auf dem Jüdischen Friedhof Chemnitz. Zuletzt wohnhaft ist Max Abel in der Walter-Oertel-Straße 44 (Helenenhof) in Karl-Marx-Stadt. Seine Lebensgefährtin stirbt am 24.08.1977 ebendort.