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Logo "Tacheles - Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026". Links ist eine halbe Menorah in blauen Farbtönen zu sehen.

Marianne Rotstein

Von Chemnitz in die USA

* 11.09.1920 in Chemnitz
✡ 07.02.2008 in Long Branch (USA)

Leben und Wirken

Marianne Liddy Rotstein wird 1920 als Tochter des aus Russisch-Polen stammenden Handelsmanns Jankel Hersch Rotstein geboren. Sie lebt mit ihren vier Geschwistern und den Eltern auf dem Chemnitzer Sonnenberg in der Alexanderstraße 1 (heute Ludwig-Kirsch-Straße) und besucht die Pestalozzischule. Nach ihrer Ausbildung zur Verkäuferin ist sie im Geschäft „Lyon Modejournale und Schnittmuster“ in der Chemnitzer Innenstadt tätig, danach arbeitet sie als Haushaltshilfe.

Zeit im Nationalsozialismus

Im September 1939 wird ihr Vater verhaftet und nach Warschau in das Ghetto verschleppt, wo er verhungert. Die Mutter ist gezwungen, sich alleine um die fünf Kinder zu kümmern.

1939 ist Marianne Rotstein „auf Hachschara“, der systematischen Vorbereitung junger Jüdinnen und Juden auf die Ausreise nach Palästina. Sie arbeitet dafür in einem jüdischen Arbeitseinsatz-Lager und lebt in Berlin.

Am 10. Oktober 1944 wird sie verhaftet und ins Zwangsarbeiterlager Neumühle über Straußberg bei Berlin deportiert. Im Januar 1945 wird sie nach Theresienstadt gebrachtund muss in der „Arbeitsgruppe zu sämtlichen Arbeiten“ im Ghetto mitwirken.

Zurück in Chemnitz

Nach Befreiung kehrt sie am 9. Juni 1945 nach Chemnitz zurück und wird Gründungsmitglied der Jüdischen Gemeinde. Bereits ein Jahr später zieht sie nach Berlin , im Januar 1947 siedelt sie nach New York (USA) über. Dort heiratet sie 1947 den Bäcker Ludwig (Lutz) Meyer. Mit ihm bekommt sie drei Kinder. In den 1970er Jahren lebt die Familie in Metuchen (New Jersey).

Marianne Rotstein kehrt 1974 für einen Besuch wieder in ihre Geburtsstadt Chemnitz zurück und besichtigt das neue Gemeindehaus.

Am 2. Oktober 1985 stirbt ihr Ehemann in New Jersey. Marianne stirbt am 7. Februar 2008 im Monmouth Medical Center in Long Branch (USA).

Zu ihrem Gedenken wird am 6. Mai 2021 in Chemnitz ein Stolperstein vor ihrem ehemaligen Zuhause in der Ludwig-Kirsch-Straße 1 verlegt.