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Logo "Tacheles - Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026". Links ist eine halbe Menorah in blauen Farbtönen zu sehen.

Heinz-Joachim Dataschwili

Bis Kriegsende in Chemnitz

* 17.02.1921 in Chemnitz
✡ 25.03.1981 in Karl-Marx-Stadt

Leben und Wirken

Heinz-Joachim Dataschwili entstammt einer deutsch-georgischen Familie. Sein Vater Chaim (*15.08.1892) wird in Achalziche/Georgien geboren und ist Handarbeiter, seine Mutter Getrud Johanna Roscher (* 11.11.1896) arbeitet in einer Gaststätte. Heinz-Joachim besucht die Waisenschule und die Israelitische Religionsschule, bevor er eine Malerlehre abschließt. Bis 1937 ist er als Kinovorführer und als Markthelfer für den jüdischen Geschäftsinhaber Joseph Kiewe tätig.

Zeit im Nationalsozialismus

Während des Novemberpogroms 1938 befindet sich Heinz-Joachim vorübergehend in "Schutzhaft" - als Jude und ehemaliger sowjetischer Staatsangehöriger untersteht er besonderer Polizeiaufsicht. Sein Vater hingegen wird verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt. Im März 1942 bringt man ihn mit 89 weiteren jüdischen Männern in die Tötungsanstalt Bernburg. Dies geschieht vermutlich im Rahmen der "Aktion 14 f 13", einer Tarnbezeichnung, die die Verschleppung und Tötung kranker und nicht mehr arbeitsfähiger KZ-Gefangener, darunter auch viele Juden, umfasste.

Überleben in Chemnitz

Heinz-Joachim übersteht eine Sicherungsanordnung über Vermögen, da er keins hat, und schmiedet Pläne, in die georgische Sowjetrepublik zu fliehen – diese scheitern jedoch.

Ab Sommer 1941 ist er Zwangsarbeiter in der Ziegelei sowie der Beleuchtungskörperfabrik E. F. Barthel in Altchemnitz. Dort muss er in der Wehrabteilung unter schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen Granatenhülsen mit Nitrofarbe bespritzen. Infolgedessen wird er lungenkrank. Der Gesundheitszustand verbessert sich zeitweilig dank der Hilfe des jüdischen Arztes Dr. Adolf Lipp. Während der Bombardierung der Stadt am 5. März 1945 findet er Zuflucht in der Gemeinde Claußnitz.

„Zurück“ in Chemnitz

Nach dem Krieg nimmt Dataschwili die Tätigkeit als Filmvorführer im Chemnitzer „Biograph-Theater“ (ehemals Königsstraße 34, Zentrum) wieder auf und wird Gründungsmitglied der neuen Jüdischen Gemeinde Chemnitz. Im August 1945 heiratet er Gertrud Helene Friedmann, jedoch lassen sie sich nach einem Jahr wieder scheiden. 1950 heiratet er dann die vier Jahre jüngere Dorothea Schmidt aus Oberschlesien, mit der er einen Sohn zur Welt bringt.

Nach einer erneuten Erkrankung mit Tuberkulose hält er sich regelmäßig in Sanatorien auf. An den Folgen der langjährigen Lungenerkrankung stirbt er am 25. März 1981 und wird auf dem Jüdischen Friedhof in Chemnitz beigesetzt. Zuletzt wohnt er im Jüdischen Gemeindehaus an der Stollberger Straße 28. Seine Witwe stirbt am 22.07.1998 in Rostock, wo ihr Sohn lebt.