Erich Jacobsohn
Zeuge der Anklage
Erich Jacobsohn absolviert eine Lehre zum Handlungsgehilfen in der Metallbranche und kämpft danach im Ersten Weltkrieg. 1920 siedelt er nach Chemnitz über und arbeitet als Handelsvertreter. 1938 wird ihm sein Gewerbeschein entzogen; seine Auswanderungspläne scheitern. Im Novemberpogrom wird er kurzzeitig in das KZ Buchenwald verschleppt. Nach der Entlassung ist er stellenlos und lebt von Jüdischer Wohlfahrt. Jacobsohn muss Zwangsarbeit leisten, unter anderem im Gärtnereibetrieb Fritz Todt, bevor er im Februar 1945 nach Theresienstadt deportiert wird. Nach Kriegsende kehrt er nach Chemnitz zurück. 1948 ist er Zeuge im Strafverfahren gegen seine ehemaligen Zwangsarbeitsvorgesetzten Todt, der zu vier Jahren Haft verurteilt wird.