Eduard Adler
Unter falschem Namen überlebt
* 01.10.1924 in Speyer
✡ August 1987 in Rockville, Maryland (USA)
Leben und Wirken
Über das frühe Leben von Eduard Adler ist nicht viel bekannt. Bis zum Herbst 1940 wächst er als Sohn von Max Adler und Selma Mayer in Speyer im Rheinland auf. In der Zeit absolviert er vermutlich eine Lehre zum Konditor. Später nennt er sich Edward. Seit Vater wird während der Novemberpogrome 1938 ins KZ Dachau verschleppt.
Deportation
Am 22.10.1940 werden seine Familie und er gemeinsam mit 6.500 weiteren Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland nach Frankreich deportiert. Zunächst befindet er sich im Internierungslager Gurs in Südwestfrankreich am Fuße der Pyrenäen, dann wird er im August 1941 in das Lager „Les Milles“ in Aix-en-Provence nahe Marseille verschleppt. Von dort aus bringt man ihn in das Sammellager Drancy nordöstlich von Paris, aus welchem die Häftlinge in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau abgeschoben werden. Seine Eltern werden am 14. August 1942 mit 1.000 weiteren Personen deportiert und in Auschwitz ermordet.
Rettung und Überleben
Das französisch-jüdische Kinderhilfswerk Œuvre de secours aux enfants (OSE) schafft es, Eduard Adler aus Drancy zu befreien. Ausgestattet mit falschen Papieren, arbeitet er als Holzfäller, bis er im November 1943 bei einer Wehrmachtskontrolle aufgegriffen und in eine Pariser Kaserne überführt wird. Gemeinsam mit 60 weiteren Franzosen wird er nun in das SS-Ausbildungslager Sennheim (Cernay im Elsass) geschickt. 1944 werden alle Soldaten nach Prag verlegt. Später wird er in Küstrin (Kostrzyn nad Odrą, heutiges Polen) in der 65. Kompanie der Französischen Freiwilligenlegion an der Oder-Warthe-Mündung eingesetzt. Am 2. Januar 1945 landet er auf Grund von Verletzungen in einem Lazarett in Aue (Sachsen) und drei Monate später in US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wird er wenige Wochen später wieder entlassen.
Von Chemnitz nach Speyer
Am 18. Mai 1945 kommt Eduard Adler in Mittweida bei seiner Tante Klara Fiedler unter. Im dortigen Rathaus meldet er sich als Kraftwagenfahrer an. Am 7. September 1945 wird er zusammen mit seiner Tante Gründungsmitglied der Jüdischen Gemeinde Chemnitz.
Lange bleibt er hier nicht – einen Monat später meldet er sich nach Speyer ab. Im darauffolgenden Jahr heiratet er Irma Wetzel. 1947 wird die gemeinsame Tochter Brigitte geboren.
... und weiter in die USA
1950 fährt er mit Ehefrau und Tochter ab Bremen in die USA und zieht zunächst nach Norwalk (Connecticut), später nach Baltimore (Maryland), wo bereits seit einigen Jahrzehnten Geschwister seines Vaters leben.
Im August 1987 stirbt Eduard Adler in Rockville (Maryland). Am 15.03.2005 stirbt seine Witwe in Gaithersburg (Maryland).




