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Logo "Tacheles - Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026". Links ist eine halbe Menorah in blauen Farbtönen zu sehen.

Jetzt erst recht!

Die Wiedergründung der Jüdischen Gemeinde Chemnitz 1945

Am 7. September 1945 versammeln sich 18 jüdische Überlebende in einem unscheinbaren Wohnhaus in Chemnitz-Ebersdorf und gründen erneut die Jüdische Gemeinde zu Chemnitz. Einige hatten die Zwangsarbeit in der Stadt überstanden, andere waren aus Konzentrationslagern zurückgekehrt. Nur wenige Monate nach Krieg und Shoah stellen sie die Weichen für einen Neuanfang jüdischen Lebens in Chemnitz.

Bis Februar 1946 registrieren sich 42 der etwa 60 zurückgekehrten Jüdinnen und Juden als Mitglieder. Um das Wort „Jude“ wieder stolz im Namen zu tragen, wählt man den Namen „Jüdische Gemeinde“ und nennt sich nicht mehr „Israelitische Religionsgemeinde“. Im September 1946 stellt der Vorstand bei der Landesregierung Sachsen den Antrag auf Anerkennung, im März 1947 ist der Gründungsprozess juristisch vollzogen.

Die Ausstellung erinnert an die Männer und Frauen, die trotz Verfolgung, Verlust und Zerstörung den Neuanfang wagten. Sie erzählt von ihrem Willen, jüdisches Leben wieder sichtbar und lebendig zu machen in einer Nachkriegsgesellschaft, die kein Interesse an ihren Geschichten und Bedürfnissen zeigte. Anhand der Lebenswege der Menschen und der zentralen Orte der Gemeinde wird gezeigt, wie eine neue jüdische Gemeinschaft entstand – getragen von Solidarität, Glauben und dem Wunsch nach einem sicheren Zuhause.